Die Alte Mark oder Westberg im Wandel der Zeit

22.01.2009 

Getreidefelder in der Alten MarkDie Alte Mark - ein Grenzgebiet aus lang vergessenen Tagen als das Land noch nicht Westberg hieß und die heutigen Provinzen des Rebflusstals, der Grenzmarschen und Küstenlande noch nicht dazu gehörten.
Es ward zu jener Zeit, dass die Geschicke dieses Landstriches von einem Clan gelenkt wurden, der zunächst keinerlei größeren Einfluss auf die Nachbargebiete erlangte. Aber als es dazu kam, dass die altehrwürdige Dynastie der Hochfürsten von Falkenfels an Macht verlor, wurde der unbedeutende Clanführer Malachia aus der Alten Mark zum neuen Landesherrn erwählt. Von da an stellte das Geschlecht derer „von Altmark" ungebrochen über dreißig Generationen den Herrscher über die Provinzen von Falkenfels, Crossing, Steinheim, die Wildlande und Weltend. Derweil geschahen vor gut vierhundert Jahren, zu Lebzeiten des letzten Erbes, gar schreckliche Dinge, woraufhin der Hohepriester Damiel vom Schwan die Herrschaft übernahm. Und dies kam so...

Viele Jahrhunderte zuvor war es eines Tages geschehen, dass ein Mann namens Anthonius erschien, der im ganzen Land über seine Visionen von einem göttlichen Schwan predigte. Dabei führte er ein Buch mit sich, in dem die Weisheit geschrieben stand, dass der Ursprung des Leides in der Welt die Angst sei und dass die Angst durch die Abschaffung der Unwissenheit gelindert werden könne. Das recht bodenständige Völkchen Westbergs, von dem Glauben an die Alten Mächte geprägt, konnte mit dieser himmlischen Lehre zunächst nicht viel anfangen. Einige Adlige indessen, allen voran der Herrscher des Landes, Medin „der Mildtätige", fanden als Beschützer und Förderer des einfachen Volkes den lichten Schwanenglauben durchaus ansprechend, so dass die Mission des Anthonius toleriert wurde und er sogar die Erlaubnis zur Gründung von Schulen erhielt. Allerdings starb der Prediger mehrere Jahre darauf bei dem Versuch einen Streit zwischen neu bekehrten Schwanengläubigen und einigen Anhängern der Alten Mächte zu schlichten. Bereits in diesen Tagen tat sich ein Unfrieden auf, der später schlimme Folgen haben sollte.
Zunächst allerdings brachten die gebildeten Priester ein paar gute Neuerungen, wie zum Beispiel die Dreifelderwirtschaft und das destillieren von Alkohol - bis heute wird in der Alten Mark aus Gerstenmalz das goldgelbe, leicht ölige „Heilige Wasser des Schwans" gebrannt. So fand der neue Glaube mit der Zeit immer mehr Anhänger, bis schließlich das Oberhaupt der Priesterschaft Jagon „der Weise" sogar zum Hofberater des Fürsten Famar „dem Feurigen" aufstieg. Alsbald wurden die Alten Mächte am Hofe nicht mehr angemessen geachtet und dies führte zu einem großen Zwist und Leide im Lande. Denn der letzte Fürst aus dem Geschlecht derer von Altmark-Weltend, der auf dem Westberge eine neue Feste errichten ließ, begann den Schwanenglauben zu bekämpfen und ein großes Chaos heraufzubeschwören. Mithin wurde er von einer höheren Ordnung, nämlich dem König von Fâl, zur Verantwortung gezogen und zum Tode verurteilt.
Da sich sonst niemand fand, der das gezeichnete Land zu verwalten vermochte, gelangte es in die Hände des Hohepriesters Damiel vom Schwan. Dieser nahm daraufhin seinen Sitz in der Alten Mark, dort , wo Anthonius begraben lag. Unter Damiels Anleitung errichtete man über der Grablege des Missionars einen Tempel und zum Ruhme des göttlichen Schwans den weißen „Schwanenturm". Außerdem ließ der nun auch weltliche Verwalter des Landes in dem kleinen Weiler Angor, nördlich der Feste Westberg, eine Priesterschule mit einer Bibliothek erbauen, um das Wissen zu mehren, für alle Zeiten festzuhalten und an möglichst viele weiterzugeben.
Kurz vor seinem Tode trat Damiel jedoch die Herrschaft an einen königlichen Vasall ab, der von da an den Titel „Baron von Westberg" führte.

SchwanenturmNach diesen Ereignissen konnte in dem Land der Alten Mächte die Glaubensgemeinschaft des göttlichen Schwans nie mehr so richtig Fuß fassen und im Laufe der Jahrhunderte schrumpfte sie wieder zur Bedeutungslosigkeit. Gleichwohl ist der auf einer felsigen Erhebung stehende Schwanenturm bis heute der Verwaltungssitz dieser Provinz. Zusammen mit dem derzeitigen Hohepriester Damiel IV. kümmert sich hier ein fürstlicher Vogt um die Geschäfte der Alten Mark. Diese betreffen vor allem den Getreidehandel, denn unter der Herrschaft des Schwans entwickelten sich die weiten Ebenen der Alten Mark zur Kornkammer Westbergs. Demzufolge wuchs das angeschlossene Hofgut zu einem Dorf heran, in dem heutzutage über hundert Menschen leben.


Zum Wissen des ganzen Volkes, im Auftrage des Fürsten von Westberg
Hofchronist Runin „die Feder", im Julmond des Jahres 5 n.d.E.

 




 
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