Memorandum des Overon up Marowne

03.01.2008 

OveronLange habe ich darüber gesonnen, ob ich die Erlebnisse in meinem Leben niederschreiben  sollte. Ist es doch in meinem Orden nicht üblich, Wissen zu Papier zu bringen. Warum  ich es nun doch tue kann ich nicht sagen. Es mag sein das es mit der Bibliothek von Angor , dessen Herr ich nun bin, zutun hat oder mit dem langen Weg welchen ich beschreiten mußte? Ja es wird wohl an meinem hohen Alter liegen.

Es sind nun wohl mehr als fünfzig  Götterläufe  vergangen als der Erzdruide Ancoron mich zu sich rief. Er wollte von mir erfahren was ich die ganze Zeit in den Wäldern tue, sei es doch meine Pflicht an unseren gemeinsamen Ritualen teilzunehmen, sollte ich doch eines Tages seine Nachfolge  antreten.  Also erzählte ich ihm von der Begegnung mit dem alten Drachen, welcher mir auftrug mich um ein  weit entferntes Land und seine Bewohner zu kümmern. Ein Land in dem die alten Mächte noch so präsent sind wie in unseren Gefilden. Ein Herr der sich dieser alten Kräfte bewußt ist, sie liebt und ehrt, und ein gerechter Richter seines Volkes ist. Wo dieses Land und seine Bewohner zu finden seien, oder wie dieser Herr zu erkennen sei, konnte oder wollte mir der Drache nicht verraten.

Als ich mich so er klärte, hieß mich Ancoron alsbald auf den Weg zu machen, sei es doch unsere hehre Aufgabe sich um die alten Mächte zu bemühen. Also tat ich wie mir aufgetragen, und machte mich auf diese lange und gefahrvolle Reise, wohin auch immer sie mich führe sollte.

Auf der Reise nach Norden geriet ich bald in einen Hinterhalt übler Wegelagerer. Wahrlich ich war in arger Bedrängnis , als ein tapferer Recke ganz in schwarz gewandet mit Getöse mir zu Hilfe eilte. Nie in meinem Leben habe jemanden so todesmutig und gnadenlos kämpfen sehen. Im Nu wahren die Feinde tot oder in die Flucht geschlagen. Dieser Meister der Schwertkunst stellte sich als Bor Midskär vor und bot mir an mich zu begleiten, was ich dankbar annahm. Bor war ein angenehmer Zeitgenosse, so das ich ihn in meine Aufgabe einweihte .

 Nach schier endloser Wanderung durch aller Herren Länder fand ich endlich das gesuchte Land - weit im Süden - mit dem Namen Westberg. Was mich bewog nach Süden zu gehen kann ich nicht einmal mehr ahnen. Ich fand das Land in Aufruhr.  Wie ich erfuhr, wurde Westberg von wütenden Horden aus dem Osttal  heimgesucht. Es gab viele Tote und Verwundete und Heiler gab es wenige, ein Ort also an dem meine Heilkunst willkommen war. So beschloß ich zu bleiben.

Hier lernte ich dann auch einen Knaben mit dem Namen Cornelius  kennen. Die Eltern dieses Jungen waren, wie viele andere, bei diesem Überfall umgekommen. Da ich den kleinen aufgeweckten Kerl sofort mochte, entschloß ich mich, ihn bei mir auf zunehmen und ihn zu unterweisen. Neugierig war Cornelius und er hatte viel Freude an der Musik, was mir sehr oft Verdruß bereitete, denn er spielte überall. Im Wald bei der Kräutersuche oder im Haus, wenn ich arbeitete. Fast noch mehr Verdruß bereitete mir seine unübertroffene Neugier an der Alchimie, die bunten Tränke und das brodeln der Töpfe seien doch allerliebst. Hier mußte ich nun wirklich auch einmal grob werden, ist dieses Wissen doch wirklich nicht - weil gefährlich - für jedermann geeignet. Das hat ihn jedoch nicht davon abgehalten sich der Kochkunst zu widmen, was sich in nachhinein als Segen erwies, hat er mir doch die leckersten Speisen bereitet. Ansonsten war er ein gelehriger Schüler, das Lesen und Schreiben ging gut voran. Auch der Unterricht im Wald, wie Tier- und- Pflanzenkunde machte bei Cornelius einigermaßen Fortschritte, wenn er auch hier wohl kaum die Meisterschaft erwerben dürfte. Wohingegen er sich in Rechts- und Staatskunde nun als wirklich verständig erwies. Später stellte sich heraus, daß die Kampfkunst wirklich wichtig für ihn war, sehr zu meinem Leidwesen, lebe ich doch nach dem Kodex gegen Waffen. Aber hierbei hat sich Cornelius durchgesetzt und ich ließ ihn unterweisen, zumal in ihm auch nicht die arcane Kraft wohnt.

So vergingen die Jahre, in denen ich selbst sehr wenig Zeit hatte mich um die arcanen Studien zu kümmern. Während dieser Zeit wurde ich Herr der Bibliothek von Angor.

Cornelius wuchs zu einem ehrbaren Mann heran, bestand wahre Heldenquesten und liebte Land und Volk. Doch was das Wichtigste war, er kannte und achtete die alten Mächte der Wälder und stritt auch für ihre Belange, wie ich ihn geheißen hatte. So wird es wohl niemanden überraschen, das Cornelius Tugelbend von Volk, Land und den Geheimen Bewohnern der Wälder zum Baron von Westberg  erwählt wurde. Ich, Overon up Marowne, sehe dadurch meine Queste als erfüllt an, im Sinne des alten Drachen und meines Ordens und hoffe ich finde wieder mehr Zeit und Muße mich meinen doch all zu kurz gekommenen Studien zu widmen.




 
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